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Bezirk Lichtenberg
Wirtschaftsförderung

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Aufbruch in die Moderne - eine Wanderung durch die Industriegeschichte Lichtenbergs

 

Lichtenberg hat sich zur Jahrhundertewende von einem land- und forstwirtschaftlich geprägten Flecken hin zu einem Industrie- und Arbeiterbezirk gewandelt. Großbetriebe wie Knorr-Bremse, Elektrokohle und das Kraftwerk Klingenberg wurden errichtet und beschäftigten zehntausende Arbeiterinnen und Arbeiter.

Unter dem oben angeführten Motto fand am 5. Mai 2018 ein Kiezspaziergang statt.
Aufgerufen hatte dazu die stellv. Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin der Abteilung Stadtentwicklung, Soziales, Wirtschaft und Arbeit Birgit Monteiro.

Der Projektträger RM Regionalmanagement GmbH (Wirtschaftsorientiertes Stadtmarketing Lichtenberg) nutzte diese Tour als Auftakt zur Ausstellung "Industriegeschichte Lichtenberg", die anhand verschiedener Routen sowohl die Wirtschaftsgeschichte als auch die Unternehmensvielfalt im Bezirk darzustellen versucht.

Die Mitarbeiterin Franziska Klemstein hatte die Tour zusammengestellt und führte die anwesenden BürgerInnen durch den Süden Lichtenbergs: den Kaskelkiez und die Rummelsburger Bucht.

                                                                            Bild: Martina Weyrauch

 

Um 10 Uhr war Start an der Knorr-Bremse in der Hirschberger Straße 4

Die 1905 gegründete Knorr-Bremse AG (bekannt durch Georg Knorrs Erfindung der Einkammerbremse) ließ sich hier ein neues Hauptwerk bauen. Zum Gebäudekomplex gehörte auch das auf der Friedrichshainer Seite gelegene Gebäude in der Neuen Bahnhofstraße 9-17.
Mit dem Bau bzw. den notwendigen Erweiterungsbauten wurde der Architekt Alfred Grenander beauftragt, der bereits durch Fabriken und Verwaltungsgebäude und seine Bauten für die Hochbahngesellschaft gemeinsam mit Peter Behrens und Alfred Messel weit über Berlin hinaus Bekanntheit erlangt hatte.

1922 revolutionierte die Firma Straße und Schienen durch die Produktion von Druckluftbremsen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1954 die Umwandlung des Unternehmens in den VEB Berliner Bremsenwerk. Heute ist der Standort Sitz verschiedener Unternehmen und Startups im Bezirk.

 

Über die Kaskelstraße durch die Victoriastadt mit historischen Details zu den Anfängen der Arbeitersiedlung

Das Areal des heutigen Kaskel-Kiezes entwickelte sich durch den Kauf des Areals durch die Rummelsburger Woll- und Plüschwarenfabrikanten Anton und Albert Lehmann. Zusammen mit dem Fabrikbesitzer Albert Protzen gründeten sie 1871 die Cement Bau AG und begannen mit der Parzellierung des Gebietes.
Der Grundstein für die Colonie Victoria-Stadt wurde 1872 gelegt. Im Zweiten Weltkrieg wurden nur wenige Häuser des Gebietes zerstört. Dadurch ist ein weitgehend geschlossenes gründerzeitliches Ensemble erhalten geblieben.

Um den historischen Charakter dieses Gebietes weiterhin zu sichern, erließ die Bezirksverwaltung Lichtenberg im Jahre 2004 eine Erhaltungsverordnung Kaskelstraße/Victoriastadt, die detaillierte Vorgaben bei Umbaumaßnahmen enthält.

 

Max-Taut-Schule

Die Max-Taut-Schule ist ein herausragendes Zeugnis der Architektur des Neuen Bauens. Dabei handelt es sich um einen Gebäudekomplex mit charakteristischer Parabelform und großer Aula im Zentrum.
Max Tauts Entwurf ging 1927 als Sieger aus einem Wettbewerb hervor, der die Konzentration mehrerer Schultypen auf dem zuvor unerschlossenen Areal vorsah. Die Verbindung von Schule, Sporteinrichtungen und Aulen setzte neue Maßstäbe in der architektonischen Umsetzung reformpädagogischer Ideen. Dabei sollte der Komplex nicht nur städtebaulich wirken, sondern auch kultureller Mittelpunkt für die Anwohner werden.
Heute ist die Schule ein Oberstufenzentrum und Ort der BVV.

 

Über die Schlichtallee bis zur Emma-Ihrer-Straße mit historischen Details zum Industriestandort Rummelsburger Bucht

Die Rummelsburger Bucht wurde Ende des 19. Jahrhunderts zum Mittelpunkt zahlreicher kleiner und mittlerer Fabrikansiedlungen (zum Bsp.: Spinnerei und Weberei Ludwig Lehmann, Norddeutsche Eiswerke, Gesellschaft für Anilin-Fabrikation).
Die Binnenschifffahrt auf Oberspree und auf dem Rummelsburger See setzte wesentliche Schwerpunkte für die industrielle Produktion.

 

Über den Medaillonplatz zum Gedenkort Rummelsburger Bucht, an dem sich über 100 Jahre hinweg verschiedene Anstalten der Reglementierung, Unterdrückung und Bestrafung befanden

Auf dem großen Areal befanden sich von 1879 bis 1990 verschiedene Anstalten, die vor allem der Reglementierung, Unterdrückung und Strafe dienten. Das Städtische Arbeitshaus Rummelsburg war das Arbeitslager des benachbarten Waisenhauses und entstand am Ende des 19. Jahrhunderts (nach Entwürfen des Stadtbaurats Hermann Blankenstein).
Nach dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere während der DDR-Zeit wurde die Einrichtung als Haftanstalt der Volkspolizei genutzt. Sie bot Platz für bis zu 900 männliche Gefangene.
Nach 1990 wurde die Haftanstalt aufgelöst. 2015 wurde der Informations- und Gedenkort zum Arbeits- und Bewahrungshaus sowie zur DDR-Haftanstalt Rummelsburg eingeweiht.

 

Entlang der Hauptstraße bis zur Gustav-Holzmann-Straße, dem heutigen modernen Gewerbegebiet

In den vergangenen Jahren prägten zahlreiche Veränderungen die Bucht. Neben der Entwicklung als begehrten Wohnstandort, sind auch heute noch zahlreiche innovative Unternehmen ansässig, die ebenfalls den Standort prägen. Die frühere Gaswerksiedlung entwickelt sich derzeit zum Ort der Kreativwirtschaft.