eine Erfolgsgeschichte aus dem Stadtbezirk Lichtenberg

 

Das Heizkraftwerk Klingenberg hat in diesem Jahr gleich mehrere Erfolge zu feiern. Zum einen ist es in diesem Jahr seit 90 Jahren in der Rummelsburger Bucht in Betrieb und zum anderen beginnt am 24. Mai für das Unternehmen ein neuer Abschnitt innerhalb seiner Geschichte an diesem Standort: 3 Jahre früher als zunächst geplant, stellt Vattenfall im Heizkraftwerk Klingenberg die Braunkohlenutzung ein und nimmt auf diese Weise einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaschutz.

 

Die wechselvolle und lange Geschichte des Kraftwerks an diesem Erzeugungsstandort beginnt in den 1920er Jahren und steht in direktem Zusammenhang mit der Entwicklung Berlins zur Metropole. Wirtschaft, Handel und Verkehr entwickelten sich rasant und die Stadt wuchs von Jahr zu Jahr. Der Bedarf Groß-Berlins an Strom konnte durch die vielen kleinen, verstreut liegenden Kraftwerke nicht mehr gedeckt werden.

Der Ingenieur Georg Klingenberg hatte bereits 70 Kraftwerke in Deutschland und dem Ausland gebaut und fasste nun den Plan, in Rummelsburg das modernste Großkraftwerk Europas zu bauen. Baubeginn war am 15. September 1925 und nach nur 15-monatiger Bauzeit (da drängen sich zwangsläufig Vergleiche zu aktuellen Großprojekten auf) ging das Großkraftwerk mit einer Leistung von 270 Megawatt 1927 in Betrieb. Klingenberg erlebte die Inbetriebnahme jedoch nicht mehr. Er verstarb bereits am 7. Dezember 1925. Ihm zu Ehren wurde das Kraftwerk nach ihm benannt und trägt den Namen bis heute.

 

Der im Kraftwerk anfallende überflüssige Dampf konnte für eine angrenzende Gewächshausanlage genutzt und das warme Wasser des Kühlwasserauslaufs zur Beheizung des „Städtischen Flussbades“ genutzt werden.

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs konnte die Sprengung des Kraftwerks durch eine gemeinsame Aktion von Werksangehörigen und der Roten Armee verhindert werden, sodass es ein fester Bestandteil der Energieversorgung Berlins blieb.

Zwischen 1960 und 1964 wurden die alten Blechschornsteine durch zwei mit Rauchgasentstaubung und Elektrofiltern versehene 140 Meter hohe Stahlbetonschlote ersetzt, wodurch der Asche- und Rußausstoß minimiert werden konnte.

Ab Mitte der 1970er Jahre entstanden die großen Neubaugebiete in Marzahn, Hellersdorf, Lichtenberg, Hohenschönhausen und Pankow. Die dafür geplante Fernwärmeversorgung im Verbund mit dem Heizkraftwerk Lichtenberg machte auch die umfassende Rekonstruktion des Kraftwerks Klingenberg zu einem Heizkraftwerk erforderlich. Im Mai 1975 begann die umfassende Rekonstruktion, die in zwei Bauabschnitte unterteilt wurde. Die laufenden Bauarbeiten fielen in den Zeitraum der zweiten Ölkrise 1979/80, sodass die DDR ihre Rohstoffpolitik grundlegend überdenken musste. Das führte im zweiten Bauabschnitt zu der Entscheidung, zwei Rohbraunkohlekessel zu bauen, die mit dem einheimischen Rohstoff betrieben werden konnten und 1986 in Betrieb genommen werden konnten.

1987 begann der Bau der Rauchgasentschwefelungsanlage durch die englische Firma Davy McKee, die 1990 den Dauerbetrieb aufnahm.

Im Rahmen der Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin begann 2014 die Modernisierung der Gaskessel, der Turbinen, der chemischen Wasseraufbereitung und der elektrischen Eigenbedarfsanlagen, um eine langfristige Versorgung vom Standort aus bis 2026 zu sichern.

 

In Verbindung mit den kommenden Veränderungen am Standort Rummelsburg steht auch die Errichtung des neuen Heizkraftwerkes an der Rhinstraße / Allee der Kosmonauten.

 

Mit der Neuausrichtung in der Energiepolitik stehen auch dem Heizkraftwerk Klingenberg weitere Herausforderungen bevor, denn:
„Nichts ist so beständig wie der Wandel“ (Heraklit von Ephesus)

Mehr zum Unternehmen auf:

Heizkraftwerk Klingenberg
Köpenicker Chaussee 42-45
10317 Berlin
harald.fluegel(at)vattenfall.de


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